Freitag, 20. Juni 2008

San Francisco

Hallo mal wieder,
bei mir passiert wenig Spektakulaeres, aber schreib trotzdem mal wieder einen Beitrag hier. Nachdem ich dann also ueber nacht nach Tijuana bin, musste ich dort in der Frueh ne halbe Stunde durch die Stadt zur Grenze radeln. Tijuana is einfach so unglaublich haesslich, wahnsinn. Dann hat man mich auch wieder in die Staaten gelassen. Das Visum is echt super: Darf jetzt fuer 10 Jahre aus jedem beliebigen Land (incl Kanada und Mexico) in die US of A einreisen und darf dann 6 Monate dort bleiben. Dann bin ich in San Diego wieder zu den Leuten wo wir schon vor der Radltour waren und hab dort wieder High-Speed-Internet geniessen duerfen, selbst die Temperatur der Dusche bestimmen koennen, Klopapier ins Klo geschmissen, usw...
Eine Party gabs auch wieder und hab auch wieder mit Kiddies auf der Strasse Fussball und Football gespielt. Einmal mit Gabriel eine 35km-Guten-Morgen-Radltour gemacht, umsonst in seinem Restaurant gespeist und getrunken. 
Nach Santa Barbara bin ich dann wieder mit dem selben Kerl mitgefahren, mit dem wir im April runter sind. Er ist Raymonds Stiefvater und Raymond is eben auch mit, incl seiner Playstation, seiner X-Box und Guitar Hero. Guitar Hero (Flo und Jenny kennen es, manche koennten es von Southpark kennen) is voll geil. Prinzip Singstar, aber Gitarre mit Knoepfen in der Hand. Isla Vista - die College Town in Santa Barbara) - war leider ausgestorben. Die haben Sommerferien und sind alle heim. Demnach bin ich dann relativ spontan nach San Francisco gefahren, wo ich dann maechtig auf die Schnauze gefallen bin. Weil ich irgendwann einfach aufgehoert hab mir Sorgen zu machen wo ich schlaf (weil man findet dann schon irgendwas), bin ich eben ohne was organisiert zu haben nach San Francisco, wo ich um 0.30 angekommen bin. Dann bin ich einfach in die BART (so ne Art U-Bahn), in die Mission gefahren und hab angefangen nach einem Hostel zu fragen. Erst hat man mich voll falsch irgendwo hingeschickt. Dann hab ich eines gefunden nach einem unnoetigen Umweg, aber die konnten mich nicht einchecken, weil es nach 12 war. Schon scheisse, da gibts freie Betten, ich steh nach 1 bei denen vor der Tuer und kann nicht da pennen. Dann hat sie mich in ein Hostel geschickt wo sie noch angerufen hat und das kein Problem ist. Um 2.30 hab ich dann feststellen duerfen, dass sich die dumme Sau um ein S vertan hat und ich in einem Hotel war, wo das Zimmer 120 USD kostet. Ich hatte mal wieder ein plattes Hinterrad. Sonst waer ich einfach nach Marin geradelt und haett im Gruenen geschlafen. Die ganze Nacht wach bleiben ging auch nicht, weil dann waer die Gefahr das Deutschland-Spiel zu verpassen viel zu hoch gewesen. Busse sind da kaum noch gefahren und in dem Viertel wo das war, hab ich gar nicht mit dem Gedanken angefangen in irgend nem Park zu pennen. Das Viertel heisst Tenderloin, also Filet. Heisst so, weil Polizisten, die hier gearbeitet haben, besseres Essen als sozusagen Belohnung gekriegt haben. Also hab ich das Zimmer noch auf 100 USD runtergehandelt, aber noch 14 Steuer. Keine 5 Stunden geschlafen, weil ich ja das Fruehstueck vollgas auskosten musste, wenn ich denn schon so viel zahl. Also hatte ich ein 2 Meter breites Kingsize-Bett, einen Ankleideraum, ne Glotze und was nicht alles. Hab mich dann wenigstens nach dem Fruehstueck gebadet, das erste Mal seit Februar. Hab mich trotzdem saumaessig geaergert, dass die mich da hingeschickt hat. Waer ich in der Mission geblieben, in ne Bar, haett ich sicherlich ein Plaetzchen gefunden. 
So hab ich mich also nach diesem Luxusabenteuer mit meinem Radl auf den Weg in eine Bar gemacht wo man Fussball zeigt. Hier gibts Millionen Homies (das sind Homeless, also Penner), die irgendwelche Gefaehrte durch die Stadt schieben und ich war einer davon. Am Abend hab ich dann noch das Radl gerichtet und bin dann in ne recht coole Life-Show mit den Leuten wo ich hier vor 2 Monaten gewohnt hab und das tu ich jetzt auch wieder.

Dienstag, 10. Juni 2008

A mexikanische Gschicht

Der Plan war genial. Den Bus um 5.00 Uhr nehmen, 13 Stunden bei fast ausschliesslich Tageslicht direkt nach Tijuana und dann ueber die Grenze nach San Diego. Naja, Uhrzeiten sind hier nicht so genau. Am PC der Ticketverkaeuferin stand 5.25, am handgeschriebenen Fahrplan 5.30, auf meinem Ticket stand 5.20 und gesagt hat sie mir 5.00 Uhr. Die Locals wussten natuerlich sofort, dass hier vom 6.00 Uhr - Bus die Rede ist. ALso bin ich um 4.30 Uhr aufgestanden. Ohne Wecker, denn sowas hab ich nicht. Um 4.50 war ich dann an der Bushaltestelle. Um 5.15 kam dann auch schon der Bus, frueher als erwartet. Leider hat er nicht angehalten. Sowas erlebt ma auch nicht alle Tage: Einfach nicht angehalten. Mit ca 100 Sachen durchs Dorf gerauscht und den Jul einfach da sitzen gelassen. Todesmuede und voll angepisst ist nicht gerade die beste Emotions-Melange. Hab dann ein wenig von meinem Proviant gegessen und auf die Ticketverkaeuferin gewartet. Die war schon um 7.00 da. Da sie Internet hat an ihrem Schreibtisch, ging dank leo die Kommunikation einigermassen und sie hat dann a wengerl telefoniert und ich darf jetzt mit meinem Ticket in den 17.00 Uhr - Bus - hoffentlich. Dass ich mich da dann samt Radl mitten auf die Strasse stell, is eh klar. Jetzt hab ich halt fast nix bei Tageslicht, komm aber um 6.00 in der Frueh in San Diego an, das heisst ich hab den ganzen Tag Zeit, um einen Schlafplatz zu finden, bzw. noch besser gleich eine Mitfahrgelegenheit gen Norden. In den Staaten ists net so einfach wie hier unten, wo es billige Absteigen gibt und man den blonden Gringo, der wohl irgendwas sucht sofort anspricht. Naja, so hab ich halt das Spanien-Russland-Spiel geschaut, schau mir nachher Griechenland-Schweden an, kann den I-Pod aufladen, meine letzten Pesos in Tacos verwandeln und natuerlich Gruesse in die Heimat schicken!
In diesem Sinne
gruss jul

Sonntag, 8. Juni 2008

Zurueck in die Staaten

Nach unserer grossen Ankunft, waren wir ein paar Tage in La Paz. Nach 1500km Wueste, waren wir hin und weg wieviel Zivilisation es da unten gibt. Is ne recht schoene Stadt, es gibt Bars, Straende, einen richtigen Supermarkt (so richtig schoen im Wall Mart Design: gross, Klimaanlage, jeden Scheiss gibts, billig, einfach super), man sagt es gaebe sogar ein Kino irgendwo. Danach sind wir nach die Gegend - vor allem die Straende - mit einem Leihwagen abgefahren. Dafuer haben wir uns anstaendig ausgeruestet und einen Ball, sowie ein Gummiboot gekauft. An einem Strand haben wir Nuernberger getroffen, die mir dann fuer ne Stunde ein Surfbrett ausgeliehen haben. Ansonsten hatten wir noch den "Mailman", der Mailman ist ein Frisbee, auf dem riesengross mit Edding geschrieben "The Mailman" steht. Ein Frisbee ist uebrigens das perfekte Reiseutensil: Teller, Feuerwedler, in Zusammenarbeit mit der Pfanne ein Nudelsieb, bei Reperaturen ein Teller fuer Schraeubchen und natuerlich ein Spielzeug.
Unten in Cabos haben wir dann das erste Mitglied der Fellowship verloren: Jonah. Der Grund dafuer heisst Argelia, ne ziemlich abgedrehte Goehre. Die beiden kommen aber vielleicht bald nach B.C., wo ich sie dann wieder treffen werde. Vorgestern ist dann das Fellowship endgueltig gesunken, weil ich frueh am Morgen in einen Bus nach Norden gestiegen bin. Da ich alles bei Tag machen will, fuhr ich nur bis Santa Rosalia. Dort wollte ich Gordon treffen. Weiss nicht, ob ichvon ihm erzaehl hab, so ein Gringo, der da unten wohnt und mit uns von Santa Rosalia bis fast Mulage geradelt ist. Also bin ich nach San Lucas - wo Gordon angeblich wohnt - getrampt und hab den Kollegen gesucht. Nach zwei Stunden musste ich feststellen, dass es dort keinen Gordon gibt. Somit musste ich allgemein feststellen, dass Gringos in Baja allgemein ein Rad abhaben und kurz drauf musste ich feststellen, dass meines zwar noch dran, aber mal wieder platt war. Also stand ich in der Daemmerung mit Platten ohne Werkzeug (das faehrt mit Guillermo nach Mex City), ohne Gordon, dafuer mit umso mehr Hunger in einem von Gott verlassenen Bumsdorf in der Wueste. Nunja, der Ausdruck "von Gott verlassen" passt nicht ganz, da war mehr Gott als erwartet und zwar ein von Baptisten gefuehrtes Waisenhaus. Bei denen durfte ich dann naechtigen und hab auch was zu essen bekomme. Die erste Nacht in der Kirche, die zweite im Haus des Ehepaars, die das hier leiten. Somit hat also der "Club 200", unser Schlauchboot, neue Besitzer gefunden, ich hab mit den Kindern ein wenig Fussball gespielt und war sonst auch recht interessant alles. Ich hatte ne Glotze und DVDs im Zimmer, aergert mich ungemein, dass ich eingepennt bin, waehrend ich "Walk the Line" angeschaut hab. In Santa Rosalia hab ich nen neuen Schlauch gekauft, Schland geglotzt, am naechsten Tag Holland und danach bin ich per Daumentram weiter nach Norden. Die Daumentram ist hier ein wenig problematisch, weil es recht viele Militaerkontrollen gibt und die Leute da ein wenig Bangel haben Fremde im Auto zu haben, is sogar verstaendlich. Naja, bis San Ignacio bin ich gekommen. War recht witzig, der erste hat mich in einen Ort gebracht, in dem es 2 Haeuser und einen Tacostand gibt. Dort hab ich nach dem Tacomahl, 15 Minuten kein Auto gesehen. Das erste daskam hat mich auch mitgenomme: Ein Fischtransporter, oleole. Also Radl und Taschen hinten in den Fischtresor und selber irgendwo hinter die Sitze des Trucks gedrueckt. Hier in San Ignacio darf ich jetzt bei so nem Kerl pennen, der gegenueber von der Bushaltestelle wohnt und dann fahr ich 13 Stunden ab 5.00 in der Frueh nach Tijuana, wo man mich hoffentlich wieder in die Staaten laesst. Das Einwanderungszeug ist sehr seltsam dort und hab im Netz keine genauen Informationen gefunden und den Leuten dort glaub ich auch nicht zu 100%. Fotos gibts irgendwie keine, aber das macht nix, ihr habt ja alle eine irrsinnige Vorstellungskraft.
letzter Gruss aus Mexico
jul