Nach unserer grossen Ankunft, waren wir ein paar Tage in La Paz. Nach 1500km Wueste, waren wir hin und weg wieviel Zivilisation es da unten gibt. Is ne recht schoene Stadt, es gibt Bars, Straende, einen richtigen Supermarkt (so richtig schoen im Wall Mart Design: gross, Klimaanlage, jeden Scheiss gibts, billig, einfach super), man sagt es gaebe sogar ein Kino irgendwo. Danach sind wir nach die Gegend - vor allem die Straende - mit einem Leihwagen abgefahren. Dafuer haben wir uns anstaendig ausgeruestet und einen Ball, sowie ein Gummiboot gekauft. An einem Strand haben wir Nuernberger getroffen, die mir dann fuer ne Stunde ein Surfbrett ausgeliehen haben. Ansonsten hatten wir noch den "Mailman", der Mailman ist ein Frisbee, auf dem riesengross mit Edding geschrieben "The Mailman" steht. Ein Frisbee ist uebrigens das perfekte Reiseutensil: Teller, Feuerwedler, in Zusammenarbeit mit der Pfanne ein Nudelsieb, bei Reperaturen ein Teller fuer Schraeubchen und natuerlich ein Spielzeug.
Unten in Cabos haben wir dann das erste Mitglied der Fellowship verloren: Jonah. Der Grund dafuer heisst Argelia, ne ziemlich abgedrehte Goehre. Die beiden kommen aber vielleicht bald nach B.C., wo ich sie dann wieder treffen werde. Vorgestern ist dann das Fellowship endgueltig gesunken, weil ich frueh am Morgen in einen Bus nach Norden gestiegen bin. Da ich alles bei Tag machen will, fuhr ich nur bis Santa Rosalia. Dort wollte ich Gordon treffen. Weiss nicht, ob ichvon ihm erzaehl hab, so ein Gringo, der da unten wohnt und mit uns von Santa Rosalia bis fast Mulage geradelt ist. Also bin ich nach San Lucas - wo Gordon angeblich wohnt - getrampt und hab den Kollegen gesucht. Nach zwei Stunden musste ich feststellen, dass es dort keinen Gordon gibt. Somit musste ich allgemein feststellen, dass Gringos in Baja allgemein ein Rad abhaben und kurz drauf musste ich feststellen, dass meines zwar noch dran, aber mal wieder platt war. Also stand ich in der Daemmerung mit Platten ohne Werkzeug (das faehrt mit Guillermo nach Mex City), ohne Gordon, dafuer mit umso mehr Hunger in einem von Gott verlassenen Bumsdorf in der Wueste. Nunja, der Ausdruck "von Gott verlassen" passt nicht ganz, da war mehr Gott als erwartet und zwar ein von Baptisten gefuehrtes Waisenhaus. Bei denen durfte ich dann naechtigen und hab auch was zu essen bekomme. Die erste Nacht in der Kirche, die zweite im Haus des Ehepaars, die das hier leiten. Somit hat also der "Club 200", unser Schlauchboot, neue Besitzer gefunden, ich hab mit den Kindern ein wenig Fussball gespielt und war sonst auch recht interessant alles. Ich hatte ne Glotze und DVDs im Zimmer, aergert mich ungemein, dass ich eingepennt bin, waehrend ich "Walk the Line" angeschaut hab. In Santa Rosalia hab ich nen neuen Schlauch gekauft, Schland geglotzt, am naechsten Tag Holland und danach bin ich per Daumentram weiter nach Norden. Die Daumentram ist hier ein wenig problematisch, weil es recht viele Militaerkontrollen gibt und die Leute da ein wenig Bangel haben Fremde im Auto zu haben, is sogar verstaendlich. Naja, bis San Ignacio bin ich gekommen. War recht witzig, der erste hat mich in einen Ort gebracht, in dem es 2 Haeuser und einen Tacostand gibt. Dort hab ich nach dem Tacomahl, 15 Minuten kein Auto gesehen. Das erste daskam hat mich auch mitgenomme: Ein Fischtransporter, oleole. Also Radl und Taschen hinten in den Fischtresor und selber irgendwo hinter die Sitze des Trucks gedrueckt. Hier in San Ignacio darf ich jetzt bei so nem Kerl pennen, der gegenueber von der Bushaltestelle wohnt und dann fahr ich 13 Stunden ab 5.00 in der Frueh nach Tijuana, wo man mich hoffentlich wieder in die Staaten laesst. Das Einwanderungszeug ist sehr seltsam dort und hab im Netz keine genauen Informationen gefunden und den Leuten dort glaub ich auch nicht zu 100%. Fotos gibts irgendwie keine, aber das macht nix, ihr habt ja alle eine irrsinnige Vorstellungskraft.
letzter Gruss aus Mexico
jul